Urlaubsstadt Linz
Linz wird als Urlaubsziel immer attraktiver. Malerisch an beiden Donauufern gelegen, überrascht die lange als Industriestandort verschriene Stadt mit einem schönen Altstadtensemble und einer spannenden Mischung aus Tradition und moderner Kunst.
Die oberösterreichische Hauptstadt Linz ist eine Donaumetropole mit alter Geschichte. Eine alte keltische Siedlung an dieser Stelle trug den Namen Lentos, später wurde hier ein Kastell errichtet und die römische Stadt Lentia gegründet. Im Mittelalter wurde die Stadt durch die Linzer Maut wohlhabend, 1497 erlaubte Kaiser Maximilian den Bau der ersten Linzer Donaubrücke, nach Wien und Wels die dritte Donauquerung in Österreich.
Bis in das 17. Jahrhundert hinein war Linz protestantisch, in dieser Zeit lebte und lehrte auch der große Astronom Johannes Kepler in der Stadt. Sein Wohnhaus ist in der Keplergasse zu sehen. Im Zeitalter der Industrialisierung wurde Linz schließlich zu einer führenden Industriestadt. Besonders die Wollfabrikation war im 18.Jahrhundert bedeutsam, zeitweise arbeiteten über 50000 Menschen in den Linzer Wollmanufakturen.
Nachdem 1800 der alte barocke Hauptplatz abbrannte, wurde die Altstadt in klassizistischem und später gründerzeitlichen Stil wieder aufgebaut. Besonders sehenswert ist der Maria-Empfängnis-Dom, der 1862 begonnen wurde. Dieser im neogotischen Stil errichtete Bau hat einen mächtigen Turm von 132 Metern Höhe. Die Kirche ist der größte Sakralbau Österreichs. Älter als der Dom ist die barocke Jesuitenkirche am Hauptplatz.
Dieser formschöne Bau aus dem 17. Jahrhundert birgt die berühmte Bruckner-Orgel, auf der der große Komponist und Sohn der Stadt Anton Bruckner seine Messen spielte. Ein schöner Ausflug in Linz führt auf den Pöstlingberg am linken Donauufer. Dieser Stadtteil liegt 540 Meter hoch, auf seiner Spitze steht in herrlicher Lage die Wallfahrtsbasilika, von der sich ein großartiger Blick auf die Donaustadt Linz bietet.
Wem der Aufstieg auf den Pöstlingberg zu mühsam ist, sollte die alte Zahnradbahn nehmen und sich gemächlich durch Linz auf die Anhöhe bringen lassen. Für Freunde der Literatur ist ein Besuch des Adalbert-Stifter-Instituts empfehlenswert. Dieses Literaturhaus bietet ein vielfältiges Programm aus Lesungen, Workshops und Ausstellungen an. Untergebracht ist das kleine Museum in dem Wohn- und Sterbehaus Adalbert Stifters. Der große österreichische Schriftsteller Stifter lebte von 1848 bis zu seinem Tod 1868 in Linz. Originalgetreu rekonstruierte Gedenkräume mit persönlichen Gegenständen des Dichters erinnern an dessen Leben und Werk. Zu sehen sind auch einige Ölgemälde, die der verhinderte Maler Stifter schuf.
Linz ist zwar noch immer industriell geprägt, es gelang jedoch ein spannender Aufbruch zu neuen Ufern. In den letzten Jahren mauserte sich die Stadt zu einem interessanten Zentrum zeitgenössischer Kunst und Architektur. Besonders das „Lentos“ am Donauufer wird Kunst- und Architekturfreunde begeistern. Es handelt sich um ein Museum für moderne Kunst, welches aufgrund seiner skulpturalen Wirkung selber ein Kunstwerk ist.
Der quaderförmige Bau ist voll verglast und in der Mitte durchbrochen, so dass eine große, überdachte Freifläche entsteht. In der Dämmerung schalten sich unzählige Neonröhren hinter dem Glas ein und tauchen den großen Glaskubus in farbiges Licht. Der Anblick dieses sich in der Donau spiegelnden Leuchtobjekts ist unvergesslich. Das „Lentos“ liegt gleich hinter dem Hauptplatz und bildet einen spannenden Kontrast zu der historischen Architektur der Linzer Altstadt. Noch ist die schöne Stadt an der Donau ein Geheimtipp, was sich aber spätestens 2009, wenn Linz Kulturhauptstadt Europas wird, ändern sollte.
|