Klagenfurt in Österreich
Die Landeshauptstadt des Bundeslandes Kärnten befindet sich auf einer Seehöhe von 446 Metern am Ostufer des Wörthersees. Klagenfurt hat 93 000 Einwohner und liegt eingebettet zwischen den bewaldeten Höhen des Ulrichsberges und dem unmittelbar an das Stadtgebiet grenzenden "Kreuzbergl". Das Klima Klagenfurts wird beeinflusst vom Klagenfurter Becken. Häufig kommt es zu Nebel, die Windstärke ist gering. Die Kälteeinbrüche der Wintermonate werden durch den Föhn der nahen Karawanken gemildert.
In den Geschichtsbüchern der historischen Realität taucht Klagenfurt erstmals 1193 unter "Forum Chlagenvurth" auf. Auf Grund häufiger Überschwemmungen wurde Klagenfurt 1246 jedoch an neuer Stelle erneut aufgebaut. Die Anfangszeit einer der bedeutendsten Städte Österreichs war von Entbehrungen und Katastrophen gekennzeichnet. 1514 vernichtete ein Brand nahezu das vollständige Stadtgebiet.
Kaiser Maximilian I. fehlten für einen nötigen Wiederaufbau die finanziellen Mittel und er verschenkte die Stadt an die Landesstände, Vertreter des Adels und der hohen Geistlichkeit. Die Entstehung prunkvoller Adelspaläste und imposanter Sakralbauten sowie der aufkommende Bergbau brachten in der Folgezeit den verdienten Wohlstand nach Klagenfurt.
1797 traf Napoleon in der österreichischen Stadt ein. Die französischen Truppen beherrschten Klagenfurt bis 1809. 1849 ging die in der deutschsprachigen Geschichte einmalige Herrschaft der Landstände zu Ende. Während der Nazizeit war Klagenfurt ein strategisch wichtiger Ort und Hauptstadt des Gaues Kärnten. Klagenfurt in seiner heutigen Ausdehnung besteht seit der Eingemeindung verschiedener Nachbarorte 1973.
Klagenfurt ist ein wichtiges Industriezentrum Kärntens. Neben dem Tourismus kommt auch der Leichtindustrie ein führender Status zu. Einen Namen macht sich Klagenfurt als internationaler Messestandort und Literaturpodium im Rahmen des Ingeborg Bachmann Preises. Mehr als 2 000 Sportler quälen sich jährlich schwimmend, radelnd und laufend beim Ironman Austria durch die Straßen der Stadt. In der stimmungsvollen Atmosphäre des Klosters Viktring wird der Gustav Mahler Kompositionspreis verliehen.
Der Neue Platz galt bereits im von den Landständen neu errichteten Klagenfurt als Zentrum. Seit 1630 ziert ihn das Wahrzeichen der Stadt, der aus einem Chloritschiefer des nahen Kreuzbergls gezimmerte Lindwurm, welcher an die Sage zur Stadtgeschichte erinnert. Die Kramergasse wurde 1961 zur ersten Fußgängerzone Österreichs umgestaltet.
Neben dem Alten Platz und der Wienergasse zählt die Kramergasse zu den ältesten Straßen Klagenfurts. Highlight der Kramergasse ist der Mandl-Brunnen. Ein liebenswertes Männchen hält ein Fass im Arm. Der Inhalt des Gefäßes ergoß sich einst über die übermütigen Bewohner einer Stadt und brachte so den Wörthersee hervor, verrät die Sage um Kärntens beliebtesten See.
Das 1581 erbaute Landhaus diente als Ersatz für die vernichtete Burg. Schmuckstücke im Sitz des Kärntner Landtages sind der Wappensaal und die Fresken im Landtagssitzungsaal. Das wohl älteste Haus Klagenfurts ist das Haus zur Goldenen Gans. Unter schattigen Arkaden lädt ein gemütliches Cafè zum Verweilen ein. Der amerikanische Architekt Thom Mayne schuf mit dem Hauptsitz der Hypo Group Alpe Adria Bank ein bemerkenswertes Zeugnis moderner Baukunst.
Größte Parkanlage der Stadt ist der Europapark unweit des Wörthersees. Die Bauwerke der Welt auf kleinstem Raum vereint der Freizeitpark Minimundus. Im Maßstab 1:25 erstehen der Felsentempel von Abu Simbel, der CN Tower Torontos oder der Petersdom vor den Augen eines staunenden Millionenpublikums.
Vom pulsierenden Trubel der Innenstadt bis zur Idylle des "Kreuzbergl" sind es nur wenige Schritte. Gemütliche Spazierwege und ein abwechslungsreicher Fitnessparcour bieten entspannende Begegnungen mit der Natur. Vom Aussichtsturm genießt man einen herrlichen Blick auf Klagenfurt, oder, auf Wunsch auch bis zu den Sternen, denn hier ist das Planetarium der Stadt untergebracht. Einen Ausflug untertage erlaubt das Bergbaumuseum in einem Stollen des Kreuzbergls.
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