Die Spanische Hofreitschule in Wien
Die Spanische Hofreitschule in Wien ist eine Institution, welche in regelmäßig stattfindenden Vorstellungen den Publikum, alle vor ran Touristen, die Kunst des Reitens und der Pferdedressur nahe bringt.
Dieses, in Wien ansässige Gestüt, ist eine sehr beliebte Touristenattraktion und auch ein Ausflugsziel in Österreich.
Aufgrund der festlich aufgemachten, oft an die österreichisch-ungarische Kaiserzeit erinnernden Vorstellungen, sowie der Tatsache, dass zu den Vorführungen nahezu ausschließlich edle Lippizaner-Hengste aus dem in der Steiermark liegenden österreichischen Bundesgestüt Piber auftreten, haben schon viele Touristen in den Bann gezogen. Häufig wird die Spanische Hofreitschule in Wien gar als die österreichischste Sehenswürdigkeit unter den Sehenswürdigkeiten Österreichs bezeichnet.
Die Lippizaner sind eine Pferderasse, die seit gut 300 Jahren gezüchtet werden. Es sind zumeist weiße Schimmel, manchmal auch braune, sehr selten auch Rappen. Ihren Namen erhielten diese Warmblutpferde vom Gestüt Lipica im heutigen Slowenien. In diesem, damals zu Österreich gehörenden Ort wurden sie im 17. Jahrhundert erstmals gezüchtet und nur wenig später auch an anderen Orten Österreichs bzw. Österreich-Ungarns. Deshalb sind diese edlen Pferde auch heute noch in weiten Teilen des ehemaligen Österreich-Ungarn anzutreffen. Vom Westen Österreichs bis in das rumänische Transsylvanien im Osten, vom tschechischen Nordböhmen bis an die Küsten Kroatiens im warmen Südeuropa.
Gegründet wurde die Spanische Hofreitschule im Jahre 1572 und diente fast 450 Jahre lang ausschließlich als private Reitschule der Habsburger, die Österreich und Ungarn bis in das Jahr 1918 beherrschten. Dort wurde den Angehörigen der österreichischen Kaiserfamilie und Mitgliedern befreundeter Herrscherhäuser wie beispielsweise dem deutschen Kaiserhaus oder dem osmanischen (türkischen) Sultanshaus die hohe Kunst der Pferdedressur und des Reitens beigebracht. Damals war die Spanische Hofreitschule der ganze Stolz der Habsburger und es gehörte zur Pflicht jedem verbündeten Monarchen dieses Kleinod vorzuführen. Dabei wurden auch den Kinder der kaiserlichen Familie nur dort das Reiten im Allgemeinen beigebracht.
Als im Jahre 1918 die Habsburger abdankten und das Land verließen, gelangte die Spanische Hofreitschule in den Besitz der neu gegründeten Republik Österreich und wurde so für das Volk geöffnet. Schon bald wurden die majestätischen, im Stil der alten kaiserlichen Reitausbildung dargebotenen Aufführungen weit über die Grenzen Wiens bekannt und es dauerte nur einige Monate bis zu den gestressten Wiener Großstadtbewohnern auch Bürger aus anderen Teilen Österreichs die Spanische Hofreitschule als lohnendes Ausflugsziel bzw. als empfehlenswerte Attraktion im Rahmen eines Wienbesuchs entdeckten. In den 1920er Jahren wurde die Spanische Hofreitschule in Wien auch in anderen Ländern Europas, ja sogar in Ländern auf anderen Kontinenten, sehr populär.
Seit dieser Zeit ist die Spanische Hofreitschule in Wien eine weltbekannte Touristenattraktion und die Vorstellungen erfreuen sich seit Jahrzehnten sehr großer Beliebtheit. Alleine die Halle, in der die Aufführungen stattfinden, sind wegen der barocken Innenausstattung und den böhmischen Kristalllüstern eine Augenweide.
Und die Vorstellungen, welche Pferdedressur und Reitkunst auf höchstem Niveau nach Grundlagen jahrhundertealter österreichischer Reit- und Dressurausbildungskunst zeigen, machen einen Besuch in einer Vorstellung in der Spanischen Hofreitschule in Wien zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Die Spanische Hofreitschule ist für das Image der Stadt Wien so wichtig, dass eine Art Gremium mit insgesamt drei Oberreitern gegründet wurde. Seit Dezember 2007 existiert sogar ein Vorstand, in denen wichtige Wiener Persönlichkeiten Mitglieder sind. Sie wollen die Spanische Hofreitschule für kommende Generationen als Attraktion und Ausflugsziel in Österreich erhalten.
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