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Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel


Der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel ist ein Naturreservat im österreichischen Bundesland Burgenland, am Ostufer des Neusiedler Sees. Kleine Teile des Naturparks liegen auch am Südufer des Neusiedler Sees auf ungarischen Staatsgebiet. Insgesamt umfasst der Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel ca. 300 Quadratkilometer an Fläche.


Er ist somit nicht nur der erste grenzüberschreitende Nationalpark Österreichs, sondern auch ein UNESCO-Weltnaturerbe.
Das Klima ist kontinental. Die Sommer sind dort heiß, mit Temperaturen die 35 Grad übersteigen können. Die Winter hingegen sind sehr kalt mit Temperaturen die Minus 15 Grad leicht unterschreiten.

 

 


Die Biotope die der Naturliebhaber im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel antrifft sind zumeist typisch für die Landschaft östlich Wiens, des Balkans. Alles vorran der Neusiedler See selbst mit seiner aus Schilf bestandenen Uferzone bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum. Dort sind häufig vorkommende Wasservögel wie Graureiher oder Stockenten genauso anzutreffen wie selten gewordene Wasservögel wie die Rohrdommel oder der Löffler.

 

Selbst Pelikane werden hin und wieder in der Schilfwildnis des Neusiedler Sees gesichtet.
Auch die am Neusiedler See liegenden Sandgruben und Sanddünen sind ein sehr wichtiges Biotop für Tiere und Pflanzen. Dort sind auch viele seltene Insektenarten, allen vor ran seltene Schmetterlinge zu beobachten.

 

Neusiedler Nationalpark

 

Ein weiteres sehr wichtiges Biotop sind die sogenannten Salzlacken, kleine salzhaltige Seen in der Uferzone des Neusiedler Sees. Diese sind in der Regel nicht tiefer als etwa 80 Zentimeter und trocknen im Sommer mitunter aus.
Dort sind sehr seltene Insektenarten zu finden. So beispielsweise die Gottesanbeterin, die sonst eher im Mittelmeergebiet anzutreffen ist.


Auch für zahlreiche Zugvögel sind die Salzlacken des Neusiedler Sees ein sehr willkommener Rastplatz. Der bis in den Frühherbst hineinreichende Insektenreichtum bedeutet für viele Zugvögel aus Nord- und Mitteleuropa eine Stärkung für die lange Reise zu den Winterquartieren am Mittelmeer, dem tropischen Afrika oder gar noch weiter südlich.


Die zum Teil landwirtschaftlich genutzten Mähwiesen sind ebenfalls ein Lebensraum für seltene Tierarten. So kommt dort der Ziesel, eine Nagetierart noch recht häufig vor. Sonst ist der Ziesel eher in Ost- und Südosteuropa verbreitet und die Mähwiesen entlang des Neusiedlersees sind eine Art westlicher Brückenkopf der Population. Außerdem sind auf diesen Mähwiesen auch sehr viele Goldhamster beheimatet, die ihre Erdbauten oft mehrere Meter tief in den Boden graben.

 

Diese possierlichen Zeitgenossen leben dort das ganze Jahr über und vermehren sich in manchen Jahren so stark, dass man von sogenannten Hamsterjahren spricht. Interessant ist zudem, dass auf diesen weiträumigen Mähwiesen neben der Großtrappe, einem aus Osteuropa stammenden Steppenvogel, auch der Goldschakal vorkommt.

 

Diese beiden Tierarten wurden einst bis in die Steppen der Ukraine und Südrusslands zurückgedrängt, kommen aber aufgrund der nicht mehr so stark gesicherten bzw. auch ganz wegfallenden Grenzen und dem wieder aufkommenden Naturbewusstsein der Menschen wieder auf dem Balkan und darüber hinaus bis in das östlichste Mitteleuropa vor.

 

Nationalpark Neusiedler See

 

Sehr interessant sind zudem die Hutweideflächen. Diese jahrtausendealte Methode der Weidenutzung ist im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel noch sehr gut erhalten geblieben. Seltene Insektenarten sind dort ebenso aufzufinden, wie seltene Vogelarten wie beispielsweise der aus Südeuropa stammende Bienenfresser oder die Blauracke.

 

 

 

Zudem sind die Hutweiden und die dazugehörigen Gehöfte für jeden geschichtsinteressierten Besucher sehr interessant, denn an manchen Orten scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Die Gebäude der Gehöfte sind teilweise noch in dem Zustand wie vor 100 oder gar 200 Jahren. Mancherort werden die Felder und Weiden gar so bestellt wie einst von unseren Vorfahren. Das heißt ohne Traktor oder andere technische Hilfe.

 

Alte Ziehbrunnen, welche zwar oft nur dekorative Zwecke erfüllen, jedoch teilweise noch einen Teil der Wasserversorgung bzw. des Hofes bzw. der Bewässerung der Felder und Weiden besorgen, runden das Bild einer himmlisch ländlichen Idylle ab.


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