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Die Hofburg inmitten von Wien


Mitten in der Stadt Wien liegt eines der größten Schlossanlagen Europas. Eingerahmt von dem Josefplatz, Michaelerplatz und dem Burgring befindet sich die Hofburg, die lange Sitz der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und der darauf folgenden österreichischen Kaiser und Könige bis Anfang des letzten Jahrhunderts war, als das Land in eine Republik überging.

 



Auf einer halben Million m² befinden sich 18 verschiedene Trakte, 19 Höfe und 2.600 Räume. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende älteste Teil ist der Schweizerhof, in dem sich die gotische Burgkapelle befindet sowie die Schatzkammer mit den österreichischen Reichssignien, der kaiserlichen Krone des Heiligen Römischen Reiches, Kristallen und reich bestickter Kleidung. Beeindruckend ist auch das schwarz-rote Eingangstor mit großem Wappen.

 

Die Hofburg in Wien

 

Die Stallburg wurde einst als Residenz des Maximilian II. genutzt. Erzherzog Leopold Wilhelm verlegte hier später seine Kunstsammlung hinein, doch heute befindet sich hier die Spanische Hofreitschule mit den beeindruckenden Lipizzaner-Pferden und deren wohl einzigartigen Kunst zur Musik sich zu bewegen.

Die Amalienburg wurde von der Witwe des Leopold I. bewohnt und hat daher den Namen. Sie liegt gleich gegenüber dem Schweizerhof, ist im Renaissancestil erbaut und die kleinen Türmchen mit welscher Haube geben ihr ein ganz besonderes Aussehen.

Die Hofbibliothek ist das Prunkstück des gesamten riesigen Komplexes. Hier befindet sich der Prunksaal der österreichischen Nationalbibliothek, gegründet von Karl VI., mit Decken-Fresken des Daniel Gran sowie einigen Kaiserstandbildern Paul Strudels. Sie ist die größte Barock-Bibliothek Europas mit mehr als 200.000 Büchern und Manuskripten, unter anderem Sammlungen des Reformators Martin Luthers.

In dem Leopoldinischen Trakt befinden sich heute die Amtsräume des Bundespräsidenten. Er war ursprünglich ein Stockwerk tiefer, doch nach der Türkenbelagerung wurde er renoviert im Stile der Spätrenaissance und ein Balkon zugefügt. Unterhalb des Gebäudes wurde einst der Wein des königlichen Hofes in riesigen Gewölben gelagert.

Der Reichskanzleitrakt liegt gleich hier gegenüber und beherbergte ursprünglich die Räume des Reichserzkanzlers, doch befanden sich hier Ende des 19. Jahrhunderts die Privaträume des Kaisers Franz Josef I.

Der Michaelertrakt wurde als Verbindung zwischen Reichskanzlei und Winterreitschule von J. E. Fischer von Erlach um 1726 angefangen, doch erst Ende des Jahrhunderts durch Ferdinand Kirschner vollendet.
Mitte des gleichen Jahrhunderts veränderte Nikolaus Pacassi nochmals das Gesamtbild, als er die Burg mit der Hofbibliothek und der Augustinerkirche verband und so den schönsten Platz Wiens schuf: den Josefplatz. 50 Jahre später wurde auch die Albertina mit angebunden.

 

Hofburg in Wien

 

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde wieder angebaut: es entstanden die Gartenanlagen innerhalb neu angelegter Wallmauern, die auf Teilen alter Bastionen entstanden: der kaiserliche Burggarten, der Heldenplatz und der Volksgarten. Hier erschuf Peter von Nobile den Theseustempel nach griechischer Vorlage. Der ebenfalls zu dieser Zeit entstandene Zeremoniensaal wurde durch seine etwas herausragende Lage als die Nase bezeichnet.



Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine weitere Erweiterung des riesigen Palastgeländes geplant auf der gegenüberliegenden Seite der Ringstraße als Verbindung bis zu den alten Stallungen: das Kaiserforum. Es wurden jedoch nur die neue Burg und die Zwillingsmuseen, die das Kunsthistorische und Naturhistorische Museum innehalten, gebaut. Das Kaiserforum entstand nie, da es eigentlich nur zur Repräsentation genutzt werden sollte und nicht unbedingt nötig war. In der neuen Burg befinden sich mehrere Museen sowie das Konferenzzentrum, was bis zu über 4.000 Plätze bietet in prunkvollem Ambiente.

 



Beeindruckend sind auch die vielen Reiterstatuen auf den verschiedenen Plätzen der bedeutendsten Kaiser und Feldherren Österreichs, die in den verschiedenen Epochen von verschiedenen Künstlern angefertigt wurden.

Das meistbesuchte Museum der Hofburg ist das Sisi-Museum, doch auch die Kaiserräumlichkeiten mit originalen Einrichtungen aus dem vorletzten Jahrhundert und die Silberkammer mit Porzellanen und Tafelsilber der Habsburger.

Die Räumlichkeiten sind heute größtenteils durch Büros genutzt. Doch finden hier auch verschiedenste Veranstaltungen statt, wie zum Beispiel Konzerte und Kunstausstellungen sowie der Kaiserball zum Jahresende.


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