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Kärntens Bauernhäuser in den verschiedenen Epochen
Mitten im schönen Kärnten liegt das Freilichtmuseum Maria Saal. Es ist eines der ersten Museen dieser Art in Österreich und wurde bereits als Heimatmuseum um 1936 gegründet. Ursprünglich wurde das Bodnerhaus in St. Oswald bei Bad Kleinkirchheim gekauft. Doch konnte es erst in den 50er Jahren auf die neu erworbene Fläche bei Klagenfurt 'umgesiedelt' werden unter der Leitung des damaligen Direktors des Landesmuseums Kärnten. In der Folgezeit wurden auch die anderen wirtschaftlichen Gebäude wie Blochstadeln, Getreidespeicher und Flodermühle übersiedelt und zu einem neuen Hof zusammengefügt.
Heute hat dieses wunderbare Freilichtmuseum bei Maria Saal nahe Klagenfurt eine Fläche von 4 Hektar und ist in mehrere Terrassen aufgegliedert, auf denen einzelne Haus- und Hofformen gezeigt werden, wie sie auf dem Lande in den verschiedenen Epochen in Kärnten vorkamen. Mit viel Liebe wurden sie alle originalgetreu errichtet und geben so einen wunderbaren Einblick in das bäuerliche Leben vergangener Zeiten.
Der Besucher lernt nicht nur die verschiedenen Wohnaufteilungen kennen, sondern auch deren Lebensweise und Lebensbedingungen, denen sich das ländliche Volk anpassen musste. Die Möbel, Öfen, Handwerksgeräte und Handwerksstätten sowie die alten Mühlen sind Originale und zeigen, unter welchen Bedingungen die Landbevölkerung einst leben musste.
Das älteste Haus ist das Bodnerhaus, das von dem Feldforscher Oswin Moro und von Ferdinand Raunegger mit einer Anzahlung vor dem Abriss bewahrt und bereits von 1605 stammt. Es ist komplett aus Holz mit einem abgeflachten Spitzdach. Im Vorraum, dem Labn, befindet sich die Kammer der Dienstmagd, eine Rauchstube, wo geräuchert und Fleisch konserviert wurde, sowie ein Raum zur Milchverarbeitung, wie Käse oder Butter. Über eine kurze offene Holztreppe gelangt man in den Haupt- und Wohnraum. Daneben befindet sich ein nochmals getrennter Raum mit dem gemauerten Ofen sowie eine Nebenkammer. In den Hauptraum, der als 'Winterkuchl' bezeichnet wird, kommt man durch eine Spitzbogentür. Das 400 Jahre alte Inventar ist sehr gut erhalten.
Das Hanebauerhaus hat ein Reetdach und eine Veranda am Eingang, der untere Teil ist aus Stein gebaut. Auffallend ist hier, dass es Flurgänge gibt, um die unregelmäßig Räumlichkeiten wie Kachelstube, Schlafraum und Zeugkammer angrenzen. Sehr schön erkennt man hier, dass mit der Zeit angebaut wurde.
Im Salzerhaus, das aus dem Liesertal stammt, ist die Wohneinheit zusammen mit den Stallungen unter einem Dach vereint. Dadurch ist es ungewöhnlich groß. Auch hat dieses ein Spitzdach mit Schieferplatten. Es stammt von Mitte des 18. Jahrhunderts.
Im Mesnerhaus, das einst einem Küster als Wohnstätte galt, befindet sich heute eine kleine Gastwirtschaft, wo sich der Besucher erfrischen und ausruhen kann.
Auf diese Weise sind mehrere Wohn- und Hofeinheiten entstanden, die durch die terrassenförmige Anlage und die dazwischen liegende Bewachsung getrennt und doch einheitlich in einander greifend liegen.
Über eine kleine Holzbrücke gelangt man auf das so genannte Industriegelände, auf dem sich mehrere Mühlenarten, ein Kalkofen, Kohlenmeiler und eine Brückenwaage, die noch voll funktionsfähig ist, sowie einige dazugehörige Behausungen finden und dem Besucher die ersten industriellen Anlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert darstellen.
Des weiteren gibt es auf dem Gelände einen Naturlehrpfad, der dem Besucher die typische Flora und Fauna des Landes in ihren natürlichen Lebensräumen darstellt und erklärt.
Die Wege sind im Freilichtmuseum Maria Saal so angelegt, dass man einen Rundgang zunächst durch die Wohn- und Wirtschaftshäuser macht, vorbei an kleinen Waldgebieten und schönen Wiesen und dann zum Industriegelände geht. Auch hier gibt es einen Rundgang, auf dem man nach und nach die einzelnen Mühlen wie die Flodermühle, Radmühle oder Sägemühle und deren dazu gehörigen Wohnstätten, besichtigen kann.
In der ehemaligen Propstei von Maria Saal befindet sich ein Möbelmuseum, mit wunderbaren Exponaten alter Bauernmöbel. Sie werden geographisch wie chronologisch dokumentiert und sie sind genauso unterschiedlich wie die dazu gehörigen Häuser in den verschiedenen Epochen.
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