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Größtes Barockschloss auf dem Land
Östlich der Marchfelder Schlösserstraße liegt das zweitgrößte Schloss Österreichs: das Festschloss Hof. Es ist in wunderbarem barocken Baustil erbaut und einst wurden hier berauschende Feste gefeiert, an denen königliche und kaiserliche Legaten mit schönen Hofdamen ihr Tanzbein schwangen.
Das Marchfeld ist eine riesige Ebene in Niederösterreich. Das Festschloss befindet sich knapp eine Stunde Autofahrt von Wien entfernt und ist die größte Schlossanlage auf dem Lande. Sie liegt so nahe der slowakischen Grenze, dass man von ihr bis nach Bratislava sehen kann, der Hauptstadt Sloweniens.
Anfang des 18. Jahrhunderts erstand Prinz Eugen von Savoyen das Schloss und ließ es von dem Architekten Johann Lukas von Hildebrandt in barockem Stil umbauen und vergrößern. Der Hofsteinmetz Elias Hügel veränderte das Innere des Schlosses, aber auch hauptsächlich die wunderschöne, groß angelegte Gartenanlage nach Vorstellungen des Prinzen.
Prinz Eugen hinterließ er sein ganzes Vermögen seiner vollkommen verarmten und bereits 52jährigen Nichte Anna Viktoria, die, zu unerwartetem Reichtum gekommen, heiratete und ihr halbes Vermögen verschwendete. Um dem Stand zu halten, verkaufte sie unter anderen das Festschloss Hof an die Kaisergattin Maria Theresia, eine der bedeutendsten Herrscherinnen ihrer Zeit. Sie ließ das Schloss nochmals erweitern und um ein Stockwerk erhöhen.
Ihr Sohn Franz Joseph benutzte Schloss Hof später als Ausbildungslager für die königlich-kaiserliche Armee. Das Mobiliar wurde in Wien deponiert.
Im 20. Jahrhundert wurde hier die deutsche Wehrmacht und danach die Rote Armee untergebracht.
Heute ist das Festschloss original- und detailgetreu renoviert, das \\'alte\\' Mobiliar befindet sich wieder hier, wie es unter Maria Theresia stand, und der schöne barocke Prunk erscheint in neuem Glanz. Die Orangerie im Maierhof wurde wieder eröffnet im Mai 2007 und weitere Renovierungsarbeiten sind vorgesehen für die Gartenanlage und weitere Räume, die noch nicht fertig gestellt wurden.
Von den ursprünglichen Appartements des Prinzen Eugen von Savoyen gibt es unterirdische Gänge durch das Kellergewölbe bis hin zur Orangerie, die er ungesehen jederzeit benutzen konnte. Es gibt spezielle Führungen, die mit einer Weinprobe der hier gelagerten Weißweine verbunden ist.
Durch das Schloss, die Privatgemächer der einzelnen Besitzer und die Gartenanlage werden ebenfalls Führungen angeboten. Im Privatgemach des Prinzen Eugen befindet sich ein wunderbares Gemälde von ihm, in den Schlafgemächern der Kaisergattin Maria Theresia wurden für dessen Himmelbett Stoffe aus Indien mit kostbaren Seidenstickereien verwendet, in dem karmesinroten Tafelzimmer wurden Speisen aus einer aus 11 Räumen bestehenden Küche und einer eigenen Patisserie aufgetischt.
Der Festsaal erscheint in strahlendem Weiß und wurde von Maria Theresia im französischem Klassizismus umgebaut, der den wesentlichen \\'schweren\\' Barock ablöste. Die Schlosskapelle ist ebenfalls mit viel weiß und gold hell gehalten genauso wie der Verbindungsraum vom Schloss zum Garten, der jedoch durch die vielen Golddekorationen sehr sonnig erscheint.
Einen wundervollen Blick über die flache Ebene des Marchfeldes hat man von den Gartenanlagen, die in mehreren Terrassen erbaut wurden. Beeindruckend sind die Brunnenanlagen und die wertvollen, schmiedeeisernen Tore, die von einer Terrasse auf die andere führen. Im Zuge der Rivitalisierung in den letzten Jahren wurden die Broderiebeete nach alten Gemäldevorlagen in den Originalzustand gesetzt, die von einem kaum zu leugnenden Kunstverständnis des Prinzen zeugen. Das helle Füllmaterial zwischen den Pflanzen gibt ihnen einen ganz besonderen Ausdruck und hebt die Farbe der Sträucher und Pflanzen besonders hervor.
Auf dem Gutshof befinden sich Stallungen, Wirtschaftsräume und landwirtschaftliche Nutzflächen. Im Streicheltiergarten leben viele Tiere, bei denen ganz besonders Kinder ihren Spaß haben werden, während die Erwachsenen ihr Interesse eher auf die original eingerichteten Handwerksräume und vor allem auf die Kostproben in der Schnappsdestillerie richten werden.
Für eine Fahrt auf das Land stehen 5 Kutschen und 30 Pferde zur Verfügung und im Kontor des Meierhofes gibt es viele kulinarische Erzeugnisse zu kaufen.
Zu beachten ist, dass das Schloss im Winter eine so genannte Winterpause macht und erst Ende März wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist.
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