Burg Hochosterwitz - Wo der Weg das Ziel ist
Es fällt schwer, sich in Kärnten zu bewegen, ohne wenigstens einmal eine Burg gesehen zu haben. Das südlichste Bundesland der Alpenrepublik präsentiert seinen Besuchern nicht nur eine Vielzahl wunderbarer Seen, wie etwa den Wörthersee, sondern ist auch bekannt für seinen Reichtum an alten Befestigungsanlagen.
Eine dieser Burgen, die Burg Hochosterwitz, ist nahe der Gemeinde St. Georgen gelegen und bietet neben zahlreichen sehenswerten architektonischen Einzigartigkeiten, auch einen atemberaubenden Blick über den malerischen Längsee. Gleich zwei der erinnerungswürdigsten kärntener Attraktionen vor Auge, wird der eine oder andere Besucher wohl dazu hingerissen sein, festzustellen, dass sich das Bundesland hier von seiner schönsten Seite zeigt.
Die beeindruckende Hinterlassenschaft des Freiherrn von Khevenhüller ist eines der bedeutendsten und meistbesuchten Wahrzeichen Kärntens, vor allem da sich die Burg von anderen in der Welt abzuheben versteht. Ihre Einzigartigkeit verdankt sie den besonderen militärischen Anforderungen zur Zeit der Türkenkriege. Um seine Burg uneinnehmbar zu machen, ließ der Bauherr in sieben Jahren vierzehn Tore und fünf Zugbrücken errichten, die jeder Angreifer einzeln einzunehmen hatte, wollte er die Feste und damit das Umland für sich beanspruchen.
Heute, da das Bauwerk jegliche militärische Relevanz verloren hat, können sich die Burgbesucher von April bis Oktober an den Aufstieg über einen schmalen, gewundenen Pfad durch jedes der vierzehn Tore machen.
Dabei wird besonders der Farbenreichtum dieser Portale im Gedächtnis haften bleiben. Weißer Marmor, roter Sandstein und grüner Schiefer machen schon jedes einzelne Tor zu einer architektonischen Attraktion, welche den Aufstieg zur Genüge rechtfertigt. Neben schillernden Farben und Denkmälern militärtechnischer Raffinesse lassen sich auf dem Weg zur Burg noch die kunstvoll gestalteten Verzierungen und die kreativen Bautechniken der Portale bestaunen. Seien es die überdimensionalen Fahnenschwinger und Landsknechte am „Fähnrichtor“ – dem ersten zu durchquerenden Portal – oder der außergewöhnliche Grundriss des „Nautores“, welcher der Bauweise eines kleinen Schiffes, nicht nur auf den ersten Blick, zum verwechseln ähnelt.
Jedes der Tore stellt dem geneigten Besucher solch bestaunenswerte Einzigartigkeiten bereit, so dass bereit der Aufstieg zur Burg zu einem unverwechselbaren Erlebnis wird. Darüber hinaus lassen zwei Burgkapellen, von denen eine in gotischem Stil errichtet wurde, und die zweite mit Fresken und Knorpelwerkaltar beeindruckt und die vielen Inschriften, die zum lesen und studieren einladen, den Weg zur Zitadelle zu einer umfangreichen Sightseeing – Tour werden.
Es ist gerade der Aufstieg, welcher die Burg Hochosterwitz einzigartig in der Welt macht. Eine derartige Sicherung des Burgweges findet sich nur hier an Kärntens geheimen Wahrzeichen. Daher muss jedem Besucher davon abgeraten werden, den Lift zur Zitadelle zu nutzen. Denn so viel Wahrheit wie an diesem Ort, liegt selten in dem Ausspruch „Der Weg ist das Ziel“.
Hat man nun alle vierzehn Tore bestaunt und passiert, lädt die Burg Hochosterwitz zum weiteren verweilen ein. Angestrengte Invasoren können nun im Burgrestaurant alle zur Eroberung notwendigen Kräfte zurückerlangen, bevor sie sich daranmachen, die Waffenkammer zu inspizieren oder das Burgmuseum zu besuchen. Wer mehr als nur staunen möchte, sollte an einer Führungen teilnehmen. Diese sind bereits im Eintrittsgeld inbegriffen und finden laufend statt.
Die Eintrittspreise sind durchaus erschwinglich, zumal zahlreiche Ermäßigungsmodelle vorgesehen sind. Gerade die Anreise in einer Gruppe oder gar in Militäruniform, verspricht hier einige finanzielle Vorteile.
Die Besucher, welche die romantische Atmosphäre der Burg Hochosterwitz bereits in den Vormittagsstunden genossen haben, oder jene, die sich für einige Tage in St. Georgen aufhalten, sollten sich zum Entspannen und Baden am Ufer des Längsees niederlassen. Eingebettet zwischen zwei Bergen verspricht der See eine Idylle, wie sie sich sonst kaum finden lässt. Klares, sauberes Bergseewasser mit einer Temperatur von bis zu 27 Grad bieten auch dem wasserscheuen Zeitgenossen eine geeignete Umgebung, um sich beim Blick auf die Burg Hochosterwitz einmal weltvergessen treiben zu lassen.
|