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Barocke Gartenarchitektur
Mit der barocken Baukunst wurde der Macht der großen Fürsten, Könige und Kaiser Ausdruck verliehen. Während in der vorherigen Renaissance der Garten noch eine untergeordnete Rolle spielte, wurde er im Barock mit in den Schlosskomplex einbezogen. Vorbild wurde das Schloss Vaux-le-Vicomte in Frankreich, dessen Garten der Gartenarchitekt André Le Nôtre erschuf. Grundgedanke war, durch die Beeinflussung der Natur und die dargestellte Pracht, Macht und Wohlstand zu zeigen. Genauso wie das Gebäude wurde auf Geometrie und Symmetrie geachtet, Haupt- und Nebenachsen angelegt. Es wurde viel mit Wasser \\'gespielt\\', Brunnen und Kaskaden angelegt, Grotten, Kanäle und Treppenfluchten gebaut. Mit geschnittenen Hecken und exotischen Pflanzen wurde geteilt, verschönert und versteckt.
In ganz Europa wurden solche Gärten von den Mächtigen angelegt und in Österreich gibt es mehrere, die heute in den Schloss- und Klosteranlagen zu besichtigen sind.
Schloss Schönbrunn
Eines der schönsten Beispiele Barocker Gartenbaukunst ist der Garten des Schlosses Schönbrunn. Hier ist der Mittelpunkt das so genannte Große Parterre, das die Mittelachse bildet und sich vom Schloss bis hin zur Gloriette auf einem Hügel zieht. Am Fuße dessen steht der Neptunbrunnen, die die Meerfahrt des Meeresgottes darstellt. Es gibt zahlreiche Skulpturen aus der griechischen Mythologie und der Geschichte Roms. Der Schöne Brunnen gab dem Schloss seinen Namen, befindet sich neben dem Taubenhaus und ist ein an zwei Seiten geöffnetes Gebäude mit einem Brunnen. Das Palmenhaus ist das größte Glashaus Europas und besticht mit den vielen exotischen Pflanzen. Es gibt noch weitere Gärten, so den japanischen, einen Irrgarten und den Kronprinzengarten. Die Gartenanlage von Schönbrunn ist eine der wichtigsten Erholungsorte für die Wiener.
Schloss Belvedere
Die Parkanlage wird in das Obere und das Untere Belvedere eingeteilt, da sich hier ein natürlicher Höhenunterschied befindet. Sinnigerweise ist das Thema der Aufstieg aus der Unterwelt in die obere, den Olymp. Der Garten wurde noch vor dem Bau des Schlosses selber, was ursprünglich nur als Gartenpalais gedacht war, angelegt. Ein Schüler des Gartenarchitekten André Le Nôtre gestaltete die Anlage und verband den unteren Teil mit dem oberen durch eine beeindruckende Freitreppe. Der Garten ist schon seit Ende des 18. Jahrhunderts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
Schloss Hof
In der Marchfeldebene gelegen, hat man von den Gärten einen wunderbaren Blick über das flache Umland. Die Gärten sind auf sieben Terrassen angelegt und bilden einen wunderbaren Rahmen zu dem schönen Schloss. Von den prächtigen Brunnenanlagen geht man durch schmiedeeiserne Tore in die nächste Ebene, es gibt wunderbare Alleen und die nahe dem Schloss liegenden Terrassen haben Broderiebeete, die durch weißes Füllmaterial aus Kies, Muscheln, Glas-, Ziegel- und Kohlenstaub besteht und die Pflanzen ganz besonders reizvoll hervorheben.
Augärten
Die weitläufigen und schattenspendenden Alleen, die üppigen Blumenrabatte so wie verschiedene sportliche Einrichtungen, eine Porzellanmanufaktur, ein Atelier, das Filmarchiv Austria und vieles mehr bieten dem gestressten Wiener hier ein erholsames Freizeitgebiet mitten in der Stadt.
Schloss Mirabell
Dieses schöne Schloss liegt in Salzburg. Von seinem Garten hat man einen traumhaften Blick auf die Festung Hohensalzburg hoch oben über der Stadt. Sattgrüne Rasenflächen, bunte Blumenrabatte, ein wunderschöner Brunnen mit hoher Fontaine sowie einrahmende Skulpturen bilden hier das Gesamtbild. Die Anlage ist bei weitem nicht so groß wie von den anderen Schlössern, aber nicht weniger beeindruckend. Von dem ursprünglichen Zwergerlgarten ist leider nicht mehr viel zu sehen und von den grotesken Marmorzwergen sind nur wenige noch in der Wasserbastei zu besichtigen.
Stift Melk und Seitenstetten
Die Abtei liegt auf einem Hügel oberhalb der Donau und man hat einen wunderbaren Blick auf den breiten Fluss. Hier ist besonders der Gartenpavillon mit den illusionistischen Malereien bemerkenswert.
Im Stift Seitenstetten wurde erst kürzlich ein Labyrinth hinzugefügt, mit Lourdes-Rosen umwachsen und in Form eines Rosenkranzes. Hier findet jährlich eine Gartenmesse statt, die die nötigen Gelder zum Erhalt des barocken Gartens bringt.
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